Chile
Dein Freund und Helfer

Bekleidet baden ist nicht verboten! (von Jean)

Am Donnerstag, dem 14. Juni 2001 hatte ich mir vorgenommen wieder zu meinem Badesee zu fahren. Es war ein normaler Tag mit dem langersehnten Sonnenschein. Allerdings die Temperaturen waren noch nicht so, wie man sich das von einem Tag im Juni erträumt. Andererseits kann man auch nicht behaupten, von den Temperaturen in diesem Jahr bisher verwöhnt worden zu sein
 

Nichtsdestotrotz bin ich ca. um 14 Uhr zu dem See gefahren. Mein Auto stellte ich auf dem Parkplatz ab und ging das letzte Stück zum See zu Fuß. Viel Publikum war dort nicht zu sehen. Es war ein ganz normaler Arbeitstag und weil die Tage vorher auch relativ zu kühl waren, nutzen es auch nicht viele Leute sich an dem See zu sonnen. Im Wasser habe ich niemanden baden sehen. Ich sah mich erst mal etwas um und ging auf meine übliche Badestelle zu. Hin und wieder führten Leute ihre Hunde am See spazieren. Denen macht es offenbar nichts aus, ihre Lieblinge ausserhalb des ”Hundestrandes” auch an den Badestellen der Menschen austoben zu lassen. Ansonsten waren kaum andere potenzielle Zuschauer zu entdecken.

Also ging ich erst mal bis zum Bauch in das Wasser. Au ha, das war noch nicht gerade warm! Also, schnell wieder raus. An die Temperatur muss man sich erst mal gewöhnen. Zwischendurch beobachtete ich die Seeufer auch weiter. Eigentlich sah man auch nichts Auffälliges an den Ufern. Die üblichen Hundehalter, einen Angler und vereinzelt Leute am Parkplatz und einen am Strand, der sich sonnte. Da mir aber doch noch ein wenig kalt war, zog ich es vor, mich in der Nähe des Ufers hinzusetzen.

Erst nach einer Weile habe ich mir die Gegend nochmals angesehen und festgestellt, dass sich der eine Angler mit seinem Gepäck auf den Heimweg machte. Das war die Gelegenheit, jetzt aber ganz rein, bevor ich mir das noch anders überlege! Gedacht, getan und ich war drin.

Erst wollte ich in der Nähe des Ufers ein wenig planschen. Das mache ich eigentlich immer so, weil ich auch ein wenig Angst habe, alleine weiter hinauszuschwimmen. Aber ca. 50m vor meiner Badestelle hatte ich vor geraumer Zeit schon eine Sandbank im See entdeckt, zu der ich seitdem immer schon mal hin wollte. Diese Gedanken kamen mir in den Sinn, als ich merkte, dass die Wassertiefe auf dem Weg dorthin nicht tiefer als 1,4 m wurde. Auch nach einer weiteren Strecke wurde es nicht tiefer. Also ging, oder weil es mir mehr Spaß macht, schwamm ich weiter hinaus, bis ich an der Sandbank ankam. Es war herrlich im Wasser und ich genoss es richtig, mal wieder ganz entspannt zu baden.

 Es fiel mir auch kaum auf, dass jetzt auch ein wenig mehr Zuschauer an den Ufern des Sees zu sehen waren. Aber Moment mal! Einer sah so gekleidet aus wie ein Polizist! Und auf dem Parkplatz....ein Polizeiauto das wieder vom Parkplatz hinunterfuhr. Merkwürdig, dachte ich mir. Was die hier wohl wollen? Nun ja, wenn hier so ein Auflauf ist, dann haue ich wieder langsam ab, dachte ich mir und schwamm daraufhin zum Ufer zurück. Der Polizist, der schon am Ufer entlangging beschleunigte daraufhin zu Fuss sein Tempo um schnellstens an die Stelle zu gelangen, aus der ich voraussichtlich aus dem Wasser kommen werde. Jetzt wusste ich, die sind meinetwegen hier!

Der Polizeiwagen war inzwischen auch wieder zu sehen. Der Wagen fuhr den Fußweg auf dem Damm entlang um meine Position schnell zu erreichen. Dort angekommen zeigte der Polizist, der zu Fuß den See endlang kam ca. 1 m vor sich auf den Boden und sagte:

Hier her !!

Oben auf der Böschung blieb der Wagen stehen und der zweite Polizist stieg aus und kam die Böschung hinunter. Ich selber war schon ziemlich nahe am Ufer angekommen und beschloss nicht weiter zu schwimmen, was eigentlich sowieso nicht nöig war. Also ging ich jetzt zum Ufer und kam immer weiter aus dem Wasser hinaus. Der andere Polizist, der dem ersten nun zur Hilfe gekommen war, sagte zu mir: ”Ah, hallo Jean!” (Anm. statt Jean nahm er meinen Rufnamen) ”Was machst du denn hier?”

Ich antwortete, dass ich hier bade und stellte die Gegenfrage ob bekleidet baden verboten sei? Diese Frage beantwortete er ausdrücklich mit nein, es ist nicht verboten. Ausser es liegt ein Suizidversuch vor, was ich auch wieder ausdrücklich verneinte. Ich erläuterte den Polizisten in völliger Gelassenheit, dass ich ein wenig unter Sonnenallergie zu leiden hätte und daher das bekleidete Baden bevorzuge. Allerdings verschwieg ich, dass die Sonnenallergie nur ein sekundärer Grund war. Primär ist es ja mein Spaß daran bekleidet ins Wasser zu gehen. Da ich auch Inhaber des DLRG Grundscheins bin, hätte ich auch keine Hemmungen bekleidet ins Wasser zu gehen, warf ich auch noch ein.

Die Unterhaltung verlief auf einem zunehmend freundschaftlichen Niveau. Die Polizisten erläuterten mir noch, dass dauernd Leute bei ihnen anriefen und einen Notfall melden. Daher baten sie mich für heute das Baden zu unterlassen. Ich war damit einverstanden, zumal ich sowieso jetzt keine Lust mehr dazu hatte. Es hatte sich inzwischen ein ziemlicher Menschenauflauf oben an der Böschung gebildet. Beim Verabschieden sagte der eine Polizist noch zu mir, dass das mit dem ”Badeverbot” nur wegen der Leute da oben sei. Er schien ärgerlicher über die Passanten gewesen zu sein, als über mich.

Nach diesem Erlebnis ging ich gemütlich zum Parkplatz zurück und dachte noch über die eben gemachte Erfahrung nach. Mir kam es noch in den Sinn, dass es schade ist, keinen Gleichgesinnten in meiner Nähe zu haben. Denn wenn man mit mehreren Personen in das Wasser geht, denken die Passanten sich nichts dabei. Meine Beobachtungen am Eichbaumsee bestätigen diese Schlussfolgerungen. Dort merkt man die Leute gar nicht, die dort am Ufer entlanggehen. Die denken sich ihren Teil, wenn da eine Gruppe bekleidet ins Wasser geht, aber gehen doch gelassen weiter.

Schade, schade....

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